Magnolia – von dem was tiefer geht

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15. Februar 2018

Ich verliere nur manchmal das, was mich zusammenhält. Das ist nicht die Welt, es ist ganz in mir selbst. Ich habe lange nicht geschrieben. Nichts, was das Herz berührt, die Seele erleichtert und ganz und gar unwissenschaftlich ist. Der Cursor blinkt. Das Feld bleibt weiß. Ich werde wieder mehr zu mir selbst, klappe den Laptop zu und merke wie ich, während ich voran gehe, ein paar Steine hinter mir lasse, die von meinen Schultern fallen. Ein kleiner Rest bleibt, aber das ist ok. Ich nippe an meinem Caffè Americano und beiße genüsslich in die Waffel, die wieder ein bisschen mehr nach Freiheit, nach Vertrauen in mich selbst schmeckt.

17. Februar 2018

Manchmal scrolle ich durch mein Instagram-Feed, jeder Monat erscheint in anderen Farben, anderen Motiven. Doch auf jedem Bild, bis vor 5 Jahren von heute, kann ich genau fühlen, was ich damals gefühlt habe. Ich kann noch die Lieder in meinem Ohren klingeln hören, die ich damals gesummt habe. Die Gespräche, die in meinem Kopf nicht verstummten, sie sind immer noch da. Doch die Gedanken, Zweifel von damals – ich habe sie hinter mir gelassen. Nichts ist so groß wie es scheint. Und am Ende ergibt dieses kleine Fotoalbum ein Puzzle aus Tagen, die unser Leben sind. Ich kann sehen wer ich damals war und wohin ich gewandert bin. Wie ich mich verändert habe. Was ich heute fühle. Ich kann sehen wer ich damals versucht habe zu sein. Und heute bin ich dankbar dafür, wer ich bin. Ich bin mehr ich selbst denn je und verbringe doch jeden Tag mit mir selbst ,um mich besser kennenzulernen. Denn es wäre schade nicht wahrhaftig zu wissen, mit wem wir einen jeden Tag unseres Lebens teilen.

14. März 2018

Ich versuche das zu finden, was Relevanz hat, was Substanz hat, das was tiefer geht und ewig bleibt. Berührt und ewig scheint. Etwas das ankert, etwas das nachhaltig ändert. Wie ein Wortakrobat, taumle ich auf meinem Seil und versuche, Wort um Wort um Stunde um Stunde zu drehen, zu wenden. Bis der Sinn keinen Sinn mehr macht und ich da sitze und mich frage, was ich dir erzählen soll. Wir schreien auf Instagram nach mehr #realness doch was ist das eigentlich, wenn wir alle unsere eigene Realität haben. Wir nehmen wahr anders heute als noch gestern, anders du als ich. Wir sind alle eins und doch individuell. Also versuche ich meine Wahrheit zu finden, das was für mich Relevanz hat, Substanz hat, tiefer geht und ewig bleibt. In mir. Vielleicht bleibt ein Stück meines Wortkuchens auch an dir hängen. Nicht Salat, ich mag lieber Kuchen. Vielleicht nimmst du also ein Stück von meinem Wortkuchen, ohne dass er auf den Magen schlägt, sondern zum Nachdenken anregt. Wie Nervennahrung. Wie Eis, das Gehirnfrost macht, wenn man zu schnell isst, nur in schön. So schön wie tiefe Dankbarkeit von den Zehen bis zum Scheitel. Diese Sekunde in der du alles verstehst – wer du bist und was deine Aufgabe ist. Dieser eine Augenblick in dem wir unsere Augen schließen mitten auf dem Weg und wenn wir sie wieder öffnen, alles aufsaugen, als würden wir das erste mal bemerken, dass wir sehen können, gehen können. Dass wir am Leben sind, verbunden sind. Wir gehören mit dazu, zu dieser Welt. Wir Erdlinge, wir sind eins davon. Wir müssen uns nicht einsam fühlen, weil wir nicht einsam sind.

10. April 2018

Ich muss an ein Karussell denken. Schwerelosigkeit. Wind. Eines mit allem und das Gefühl zu schweben. Wir sehen nur die feste Materie, doch eigentlich sind es Atome, die uns ausmachen, zusammenhalten. Wie Sterne. Wir sind Sternenstaub. Licht. Energie. Wir können sie fühlen, manchmal gar sehen, die Energie eines anderen. Wie sie schwingt, auf verschiedenen Frequenzen. Auf der Suche nach der einen Frequenz, um eins mit den Sternen zu werden. Auf der Suche nach etwas, das wir längst sind. Sternenstaub.

17. April 2018

Und plötzlich blüht alles und erstrahlt in kräftigen Farben. Als hätte jemand wieder den Kontrast und die Sättigung erhöht. Ich habe gestern das erste Mal dieses Jahr den Rasen gemäht und hatte den Geruch von Sommer und lauen Nächten in der Nase. Ich kann wieder Culottes tragen und meine Haare lufttrocknen lassen, ohne dass ich einen Schnupfen bekomme. Ich habe den Winter jede Sekunde genossen, aber jetzt freue ich mich auf den Frühling.

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